Wie entstand unser Kiez?

Eine Schriftrolle

In besonderen Zeiten ist es manchmal gut, sich seiner Herkunft zu vergewissern. Und das darf gerne auch mal mit einem Augenzwinkern geschehen: Wie wäre es, wenn Ihr die Nachbar*innen Eures Stadtteilzentrums dazu einladet, als Stadtschreiber*innen aktiv zu werden und eine (vielleicht fiktive, vielleicht fundierte, aber sicherlich originelle) Gründungssage über Euren Kiez zu verfassen? Stück für Stück, als gemeinsamer Prozess, jede*r nur einen Satz davon. So entsteht – ganz auf die Schwarmintelligenz vertrauend – ein sicherlich hochinteressantes Dokument der örtlichen Lokalgeschichte.

Und so geht es:

Stellt vor Eurem Stadtteilzentrum einen Tisch. Auf dem Tisch: Ein großer Bogen Papier (z.B. 2 Flip Chart-Seiten nebeneinander geklebt) und einige dicke Stifte. Es schadet nichts, wenn der Papierbogen standesgemäß „verwittert“ aussieht (z.B. an den Rändern vorsichtig ankokeln, das Ganze zur Rollenform aufrollen, schön erst mal mit Kaffeesatz drüber… ). Oben auf dem Bogen schreibt ihr schon einmal die Überschrift: „Die Gründung von …“. Und vielleicht den ersten Satz, das hilft manchmal.

Stellt euch dann für z.B. 1 Stunden mit zwei Thermoskannen Kaffee und Tee an den Tisch (immer nur eine Person) und sprecht Passant*innen an: „Hier gibt´s ein Heißgetränk – und außerdem schreiben wir gerade zusammen eine Geschichte. Darüber, wie unser Kiez entstand. Wie wurde er gegründet? Von wem? Was war der Anlass? Jeder schreibt nur einen einzigen Satz. Irgendwas. Sie müssen nicht gleich den Nobelpreis für Literaturwissenschaft gewinnen damit. Lesen Sie doch einfach mal, was hier schon steht!“. Natürlich müsst ihr beim Ansprechen und beim Schreiben darauf achten, dass der 1,5-m-Abstand eingehalten wird. Wenn mehrere Passant*innen zusammen vorbei kommen, darf immer nur einer an den Tisch herantreten.

Das fertige Dokument kann dann im Foyer des Stadtteilzentrums ausgestellt werden.